Erneut gibt es eine heftige Debatte über die Nutzung von Smartphones in der Schule. Dabei sprechen sich der oberste Pflichtschul-Lehrergewerkschafter Paul Kimberger und der niederösterreichische Bildungsdirektor Johann Heuras zwar nicht für ein generelles Verbot, aber eine Veränderung der derzeitigen Situation aus.

Die Rückmeldungen meiner Kolleginnen und Kollegen sagen mir, dass Handys immer mehr zu Konzentrationskillern und Störfaktoren im Unterricht werden.

Paul Kimberger – Oberster Pflichtschul-Lehrergewerkschafter

Derzeit ist es so, dass die Hausordnung der einzelnen Schulen den Umgang mit Smartphones regelt. Einige Schulen, insbesondere Volksschulen, haben bereits ein generelles Handyverbot in Absprache mit den Eltern umgesetzt. Dennoch ist der gar nicht oder zu wenig regulierte Umgang mit dem Smartphone in der Schule noch vielerorts ein Problem.

Smartphone als Konzentrationskiller

Bereits die Nähe des Smartphones soll ausreichen, um die Konzentration zu senken.

Die Kritik von Paul Kimberger wird nicht nur durch die Erfahrungen der Kollegen gestützt, sondern auch durch etliche wissenschaftliche Studien zu dem Thema Smartphone und Konzentration. Beispielsweise führte der US-amerikanische Psychologe Adrian F. Ward eine Versuchsreihe durch, welche zu dem Ergebnis kam, dass bereits die Nähe des eigenen Smartphones ausreicht, um die Konzentration zu senken. Eine deutliche Besserung war zu beobachten, wenn das Smartphone in einer Tasche verstaut oder gar in einem anderen Raum deponiert wurde.

Auch die Kinder selbst stellen eine Auswirkung des Smartphones an ihnen selbst fest. Laut einer Forsa-Umfrage geben 48 % der befragten Schüler und Schülerinnen im Alter von 8 bis 14 Jahren an, dass sie durch ihr Handy abgelenkt werden. Dadurch fällt ihnen beispielsweise das Erledigen von Hausaufgaben schwerer. 24 % der Befragten fühlen sich durch die ständige Kommunikation über das Gerät sogar gestresst.

Sobald Kinder Smartphones besitzen, sind sie digitalem Stress ausgesetzt, und das muss die Schule meiner Meinung nach nicht unterstützen.

Johann Heuras – Niederösterreichischer Bildungsdirektor

Der heutige Trend geht jedoch in die Richtung von vermehrtem Einsatz technischer Geräte an den Schulen und im Unterricht. Auch das Smartphone wird gerne zu Lehrzwecken verwendet. Doch ist das in Anbetracht der Studienergebnisse überhaupt sinnvoll?

Smartphone als sozialer Isolator

Nicht nur die Konzentration der Kinder wird bei der derzeitigen Debatte als Argument vorgebracht. Auch die sozialen Kontakte der Schulkinder sollen unter der Verwendung vom Smartphone im Unterricht leiden.

Viele Schulen legen auch Wert darauf, dass das Handy auch in der Pause nicht verwendet wird, weil es die Kommunikation, das Spielen und die Begegnung zwischen den Kindern unterbindet.

Johann Heuras – Niederösterreichischer Bildungsdirektor

Während sich die Kinder in den Pausen früher noch unterhalten haben, greifen sie nun direkt zu ihrem Smartphone. Auch die bereits erwähnte Forsa-Umfrage macht deutlich, zu welchen Folgen dies führen kann. Bereits 15 % der Befragten bemängeln den Verlust echter Kontakte zu Freunden.

Eltern und Lehrpersonen in Verantwortung

Trotz des Wissens über schädliche Auswirkungen des Smartphones in der Schule, sprechen sich Kimberger und Heuras gegen ein allgemeines Handyverbot an österreichischen Schulen aus. Trotzdem muss sich etwas im Umgang mit dem Smartphone ändern. Die Verantwortung tragen ihnen zufolge die Lehrpersonen und vor allem die Eltern.

Nach Heuras sollten sich die Schulen mit den Ergebnissen der Studien beschäftigen und Regeln vereinbaren, welche für alle sinnvoll seien. Dies soll eine größere Akzeptanz der Beteiligten nach sich ziehen, als ein generelles Verbot. Er appelliert an die Eltern, welche auf zu Hause Regeln zur HandyNutzung einführen sollten und versichert ihnen, dass Kinder in Notfällen immer über die Schule erreichbar wären.

Ich lade die Eltern auch ein, zu Hause auch selber Regeln für den Umgang mit dem Handy zu erstellen. Es sollte handyfreie Zeiten und Zonen geben, zum Beispiel beim gemeinsamen Abendessen.

Johann Heuras – Niederösterreichischer Bildungsdirektor

Phocus und die Schule

Auch wir bei Phocus sind uns bewusst, dass das Smartphone nicht nur Vorteile mit sich bringt. Dennoch sind wir ebenfalls der Meinung, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Smartphone mehr Sinn ergibt, als ein generelles Verbot an Schulen.

Die Phocus App hat sich als Unternehmensziel gesetzt, dass Smartphone nur dann zu nutzen, wenn man es wirklich braucht. Durch unser Belohnungssystem für handyfreie Zeit können auch Schulkinder lernen das Smartphone unberührt in der Tasche zu lassen. Somit können Kinder sich in der Schule besser konzentrieren, unterhalten sich mit ihren Freunden und sammeln in der Phocus App auch noch Punkte für jede Minute ohne Handy.

Eltern und Lehrpersonen können Kinder mithilfe der Phocus App unterstützen den richtigen Umgang mit ihrem Smartphone zu lernen. Punkte-Ziele als Familie oder als Klasse können das Gemeinschaftsdenken und die Motivation zusätzlich fördern. Denn auch wir als Erwachsene können von handyfreier Zeit sehr profitieren.

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